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Interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Strukturierung der Informationsflut

Heute verfügt praktisch jeder forschende Wissenschaftler in den Naturwissenschaften über einen Anschluß an das Internet. Auch die Softwareprodukte als Werkzeuge für die Verwaltung verteilter Datenbanken sind schon so weit einsatzbereit, daß unmittelbar mit dem elektronischen Einlesen von wissenschaftlichen Arbeiten begonnen werden könnte. Im Internet wachsen auch ständig neue Angebote an Volltext-Datenbanken mit aktuellsten Preprints in Teilbereichen der Physik. Sie werden über verschiedene Internet-Werkzeuge für die Hochschulen kostenfrei angeboten, siehe z.B. [11].

In dieser Phase ist das Risiko eines Wildwuchses unterschiedlicher und miteinander inkompatibler Systeme und Normen besonders groß. Andererseits besteht jetzt die einmalige Chance, die vielfältigen Aktivitäten zu sammeln und in die Gründung eines neuen Informationssystems zu leiten, dessen Leitlinien international einheitlich entwickelt und bundesweit einvernehmlich angewandt werden. Diese einmalige Kraftanstrengung kann nicht von Fachbereichen an Universitäten alleine, schon gar nicht von einer Fachrichtung, ebensowenig von Fachinformationszentren, Bibliotheken oder wissenschaftlichen Verlagen erwartet werden, die jeweils verschiedene Interessen verfolgen. Hier kann nur ein durch den Bund gefördertes Projekt die künftigen Partner des Informationssystems zusammenführen, mit dem Ziel die verteilten Rollen zu definieren, Standards zu setzen und schwierige Fragen des Urheberrechts und der Finanzierung zu klären.

Die DPG regt nun an, die Standards und Normen im Zusammenwirken mit den anderen interessierten natur- und ggf. auch ingenieurwissenschaftlichen Fachbereichen zu entwickeln, um ein möglichst einheitliches fachübergreifend nutzbares Informationssystem zu entwickeln, denn bei aller fachlichen Eigenständigkeit ist die Art der Informationsverarbeitung, sowohl am Arbeitsort wie auch beim Austausch und der Verbreitung bei allen Naturwissenschaften eng verwandt.

Auch bei einer völligen Neuordnung des Publikationswesens muß gefordert werden, daß dieses für alle genannten Fachrichtungen nach einheitlichen Standards und Normen organisiert wird, um den Wissenschaftlern in Grenzgebieten und solchen, die sich in ein neues Gebiet einarbeiten oder mit Kollegen benachbarter Fachrichtungen zusammenarbeiten wollen, ein leistungsorientiertes effektives Arbeiten zu ermöglichen. Die gemeinsamen Interessen für eine leistungsfähige Unterstützung des fachlichen Arbeitens legt nahe, daß die Fachrichtungen die notwendige elektronische Umgebung gemeinsam entwickeln und anschließend getrennt einsetzen.



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