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Das offene elektronische Informationssystem

Der einzelne Wissenschaftler braucht den schnellen Zugang zur fachlichen Information von einer möglichst einfach zu bedienenden intuitiven Benutzeroberfläche an seinem Arbeitsplatzrechner. Dabei kann es ihm verborgen bleiben, mit welchem Retrievalsystem und auf welchem Weg sein Rechner im Hintergrund die erforderlichen Verbindungen knüpft, um die für ihn relevanten Informationen aufzuspüren und über das Netz zu beziehen. Offen zugänglich ist für den Benutzer die Information allerdings nur, wenn sie für die Institution kostengünstig und für den einzelnen Benutzer kostenfrei erhältlich ist. Gebühren für die einzelne Information, selbst noch so günstige akademische Rabatte, wirken außerordentlich prohibitiv. Das zeigen auch alle Erfahrungen mit den kommerziellen Datenbanken.

Auf der Seite des Informationsangebots sind die Elemente des Systems weltweit verteilte über das elektronische Netz verbundene Datenträger. Dabei hält jede Institution die bei ihr entstehenden Informationen selbst bereit und pflegt diese fortlaufend. Die für die Verbindung verteilter Daten zu einem einheitlichen Informationssystem notwendigen elektronischen Instrumente existieren bereits und werden ständig weiterentwickelt. Es sind die bei den Hochenergie-Physikern entwickelten Software-Produkte, bestehend aus einer komfortablen bedienerfreundlichen Benutzeroberfläche (client) und den auf die verschiedenen Standorte verteilten über das Internet miteinander verbundenen Verwaltungssystemen für Datenträger (server). Weltweit ist über solche nach dem Client-Server-Prinzip organisierte Netzwerksysteme (world wide web, gopher, archie, WAIS, news, etc.) heute schon ein unüberschaubar großes Volumen an Texten und Daten zu finden. Dieses Angebot ist aber noch weitgehend unstrukturiert, unvollständig und daher für einen breiten Einsatz im Wissenschaftsbetrieb noch nahezu wertlos.

Erst eine Strukturierung, die das rasche und benutzerfreundliche Auffinden der relevanten und gewünschten Information überhaupt erst ermöglicht, kann aus der Datenflut ein wissenschaftliches Informationssystem machen. Der Einsatz der jeweils modernsten Software und deren Ergänzung durch ein Retrievalsystem ermöglichen die technische Vermittlung der dezentral verteilten Datenbestände an den anfragenden Benutzer.

Die Stärke der klassischen kommerziellen Datenbank-Angebote ist ein relativ großer Bestand an Literaturhinweisen, der zwar von einer Vollständigkeit noch weit entfernt, aber doch heute noch konkurrenzlos ist. Diese können mit einer einheitlichen Retrieval-Sprache sehr schnell und bequem durchsucht werden, enthalten aber nur Hinweise (allenfalls mit Abstracts) und diese erst sehr spät, oft Monate nach dem Erscheinen der gedruckten Form, die selbst erst relativ spät erscheint. Die benannten Stärken sollen nun in dem zu schaffenden offenen Informationssystem genutzt und ausgebaut werden, indem sie verbunden werden mit der Aktualität, Geschwindigkeit und Vielfältigkeit der modernen Kommunikationsmittel.



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