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Vorwort

Weltweite Steigerung der Anstrengungen im wissenschaftlich technischen Bereich
Der hohe Lebensstandard in den hochentwickelten Ländern beruht auf einem hohen technischen Leistungsstand und einem entsprechenden Vorsprung auf den internationalen Märkten. Das generell sehr hohe Wissenschafts- und Technikniveau in der Welt hat dazu geführt, daß die ertragsmäßigen Blütezeiten von Produkten und Leistungen immer kürzer werden. Dies hat in den hochentwickelten Ländern unter einem nie zuvor dagewesenen Konkurrenzdruck zu einer enormen Steigerung der Anstrengungen im wissenschaftlichen und technischen Bereich geführt. Die in diesen Ländern bearbeiteten und mit öffentlichen und privaten Mitteln finanzierten Projekte produzieren in einem immer schneller wachsenden Umfang Daten und Einsichten in wissenschaftliche und technische Zusammenhänge. Dieses Wissen zu speichern und nutzbar zu machen, ist zu einer vorrangigen Aufgabe in Forschung und Technik geworden, welche ohne Bezug auf moderne Informations-, Kommunikations- und Speichertechniken nicht zu leisten ist.
Schneller Zugang zu Fachinformation als Wettbewerbsfaktor
Der schnelle Zugang zu fachbezogener Information und der Austausch von Daten und Ergebnissen sind elementare Voraussetzungen für Fortschritte in der modernen Wissenschaft und Technik. Die verschärfte internationale Konkurrenzsituation macht es in ganz besonderem Maße erforderlich, daß Fortschritte und Querverbindungen so früh wie möglich erkannt werden, um aufwendige Doppelarbeit vermeiden und die eigenen Arbeiten effizient gestalten und auf innovationsträchtige Ziele lenken zu können.
Vorreiterrolle von Wissenschaft und Forschung
Die Entwicklungen auf dem Gebiet der elektronischen Verarbeitung, Übermittlung und Speicherung von Daten haben zu teilweise revolutionären Veränderungen in vielen Bereichen des privaten, beruflichen und öffentlichen Lebens geführt. Wissenschaft und Forschung kommt dabei traditionell eine Vorreiterrolle zu. Aufgrund des hohen Ausbildungsstandes der in diesem Bereich Beschäftigten und der sehr direkten Auswirkungen eines hochentwickelten Informations- und Gerätestandes auf die Forschungsproduktivität gehen von dort nicht nur viele Entwicklungen aus, sondern Wissenschaft und Forschung bieten auch ein weites Experimentier- und Erprobungsfeld für Techniken, welche später in anderen Bereichen und in größerem Umfang eingesetzt werden können.
Die Anwenderstrukturen liegen hinter den technischen Möglichkeiten zurück
Für den Zugang zu Fachinformation und für die Kommunikation in Wissenschaft und Technik haben die Fortschritte in der Mikroelektronik und in der Kommunikationstechnik neue Möglichkeiten aufgetan. Dem bereits vorhandenen technischen Potential steht jedoch eine vergleichsweise unterentwickelte Anwendung gegenüber. Die in Aussicht stehenden Möglichkeiten sind so umfangreich, die abzusehenden Umwälzungen so grundlegend, daß die Entwicklung entsprechender Anwendungsstrukturen weit zurückliegt. Niemand kann heute sagen, wie diese Strukturen mittel- und langfristig aussehen werden. Einigkeit besteht jedoch bei den einschlägigen kommerziellen Unternehmen ebenso wie in Wissenschaft und Technik darüber, daß diese Strukturen nur experimentell, d.h. über die Durchführung von Anwenderprojekten iterativ nach und nach erarbeitet werden können.
Elektronische Dienste als Markt und Innovationsbereich
Elektronische Information und Kommunikation sind nicht nur Hilfsmittel für Forschung und Technik, sie stellen selbst auch einen Wissenschafts- und Technikbereich sowie einen Markt mit einem kaum absehbaren Innovations- und Wirtschaftspotential dar. Dies ist insbesondere in den USA erkannt worden.

Die großen Industriekonzerne arbeiten dort mit einem sehr großen Kapitalaufwand an Projekten, welche ihnen eine führende Stellung auf diesem Gebiet und einen hohen Marktanteil verschaffen werden. Diese Anstrengungen der Wirtschaft werden begleitet durch große übergreifende öffentliche Programme, die in Kooperation mit den nationalen Bibliotheken und den Universitäten durchgeführt werden. Damit ist sichergestellt, daß die Angebote der Wirtschaft auf einen breiten, mit einem entsprechenden Kenntnisstand versehenen und damit aufnahmebereiten nationalen Anwender- und Kundenkreis treffen. Auf dessen Hintergrund ist es leichter und effektiver, auf den internationalen Märkten zu agieren und konkurrenzfähig zu sein.
Notwendigkeit großer Anstrengungen auf europäischer und nationaler Ebene Es werden große Anstrengungen notwendig sein, damit in Europa bzw. in Deutschland die zu erwartenden oder bereits laufenden Entwicklungen noch mitgestaltet werden können. Diese betreffen vier Bereiche:

  1. Die Schaffung eines schnellen europäischen bzw. deutschen Datenkommunikationsnetzes;
  2. die Entwicklung der Industrie als konkurrenzfähiger Anbieter von Leistungen auf dem Gebiet der elektronischen Information und Kommunikation;
  3. die Schaffung eines mit entsprechenden Kenntnissen ausgestatteten europäischen bzw. nationalen Anwender- und Kundenkreises als Basis für die europäische bzw. deutsche Industrie;
  4. aktive Beteiligung an der Gestaltung der Nutzung der neuen technischen Möglichkeiten.
Beiträge der vier Fachgesellschaften
Die vier wissenschaftlichen Fachgesellschaften, die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GÜh) und die Gesellschaft für Informatik (GI) sind bereit, sich im Rahmen der durch die ehrenamtliche Tätigkeit ihrer verantwortlichen Mitglieder gegebenen Möglichkeiten aktiv für eine Weiterentwicklung der elektronischen Information und Kommunikation in Deutschland einzusetzen. Dies betrifft auch die Durchführung von Anwenderprojekten. Dahinter stehen die folgenden Erwartungen:

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Tue Apr 29 13:31:36 DFT 1997